VEREINS-CHRONIK

SV "Germania" Kästorf 1922
SV "Germania" Kästorf 1922

Die erste Gründung des Kästorfer Sportvereins „Germania" hat laut Stiftungsfest am 30.05.1920 stattgefunden. Als offizielles Gründungsdatum gilt jedoch das Jahr 1922. Warum das so ist, weiß leider keiner mehr, und schriftliche Unterlagen aus dieser Zeit sind nicht mehr vorhanden. Das genaue Gründungsdatum ist nicht bekannt, aber die Eintragung aus dem Vereinsregister stammt aus dem Jahre 1922, so dass wir dieses Jahr als Gründungsjahr des SV Germania Kästorf ansehen können. Fußball und Leichtathletik waren die ersten Sportarten im SSV. Zu Auswärtsspielen wurde mit dem Fahrrad gefahren, ab den 30er Jahren bei größeren Entfernungen auch schon mal auf einer LKW-Ladefläche. Der erste Sportplatz lag östlich des heutigen Friedhofs, bis um das Jahr 1930 herum die Realgemeinde ein Gelände an der Schweineweide zur Verfügung stellte, welches noch heute der Flutlichttrainingsplatz ist.

Mit Ausbruch des 2. Weltkrieges kam der Sport im SSV zum Erliegen. Viele Sportler zogen in den Krieg, nicht alle kamen wieder zurück. Nach dem Krieg und einer schwierigen Zeit für alle Bürger wurde der Sportverein unter dem neuen Namen „Spiel- und Sportverein Kästorf" neu gegründet. Zum 1. Vorsitzenden wurde Friedrich Könecke gewählt, der bereits vor dem Kriege dieses Amt ausgefüllt hatte. Der Sportplatz wurde wieder in einen spielfähigen Zustand versetzt, und in den Jahren 1956 - 1957 wurde ein Sportheim erbaut und dem Sportverein übergeben. Anfang der 60er Jahre wurden diese Räume zu klein aufgrund steigender Mitgliederzahlen und so wurden kurzerhand die Räume des Dorfgemeinschaftshauses mit benutzt.

 

1964 wurde unter der Leitung von Ute Lehner die Damengymnastikgruppe ins Leben gerufen. Ute hat diese Gruppe bis zum Jahr 2006 mit großem Erfolg und Engagement geleitet. Seit dem Jahre 1968 besteht im Jugendfußballbereich eine Spielgemeinschaft mit unserem Nachbarverein, dem MTV Gamsen. Inzwischen ist auch der VfR Wilsche/Neubokel dieser JSG beigetreten.

 

Ein für damalige Verhältnisse „neues" Sportheim wurde 1967 unter großer Eigenleistung erbaut, und auch ein zweiter Sportplatz sollte erstellt werden. Dieses gelang im Jahre 1972 durch den Wechsel des damaligen Jugendspielers Klaus Schäfer zum VFL Wolfsburg und der dadurch erhaltenen Ablöse. 1984 wurde auf dem alten Platz eine Flutlichtanlage installiert, und vier Jahre später wurde der heutige A-Platz seiner Bestimmung mit einem Freundschaftsspiel gegen den VFL Wolfsburg übergeben. Dieser Platz ist durch seine liebevolle Gestaltung mit einer Tribüne und einer Bandenwerbung zu einem echten Schmuckstück geworden. Das 1957 erbaute alte Sportheim wurde von 1992-1993 unter großem persönlichem Einsatz von verdienten Mitgliedern zu einem Vereinsheim umgebaut, einem Heim das heute wichtiger Anlaufpunkt für alle Sportler im SSV ist. Desweiteren konnten wir nach jahrelangem Kampf 2009 einen neuen Sportheimtrakt in Betrieb nehmen, der uns endlich größere Freiheiten im Kabinentrakt offen hält. Wenn die zugesagte Sanierung des Altbaus von 1967 im Jahre 2011 abgeschlossen sein wird, ist der Verein dauerhaft gut aufgestellt in diesem Bereich.

 

Doch was macht eigentlich der sportliche Teil? Nachdem unsere 1. Herrenmannschaft 1966 ihren Aufstieg in die 1. Kreisklasse feiern konnte, stieg man durch eine Reform bald wieder ab. Erst im Jahr des 50. Bestehens des SSV 1972 konnte der Wiederaufstieg errungen werden. Dann wurde es 15 Jahre still um den Fußball im SSV Kästorf. Erst 1987 gelang unter Trainer Klaus Höfermann und einer gelungenen Mischung aus jungen wilden und alten Hasen der Aufstieg in die Kreisliga. Jetzt aber ging es Schlag auf Schlag.

 

Bereits zum 70. Geburtstag des Vereins im Jahre 1992 gelang mit Hans-Helmut Voiges als Coach der Doppelschlag mit dem Aufstieg in den Bezirk und dem Gewinn des Kreispokals. Zeitgleich zog auch die zweite Herren in die nächsthöhere Klasse ein. Ein Jahr später war der Durchmarsch in die Bezirksliga perfekt, einer Liga, der wir mit einer kurzen Unterbrechung Ende der neunziger Jahre bis zum Jahr 2008 durchgehend angehörten. 2008 schließlich gelang uns der Aufstieg unserer ersten Herren in die heutige Bezirksoberliga. Unsere zweite Herrenmannschaft spielt inzwischen in der Kreisliga Gifhorn, und ebenfalls 2008 konnten wir eine dritte Herrenmannschaft auf Punktejagd ins Rennen schicken.

 

 

Doch auch der Verein in seiner Gesamtheit entwickelte sich weiter. Während unsere drei Versuche den Tischtennissport in Kästorf zu etablieren leider trotz eines großen Einsatzes gescheitert sind, wurde 1985 mit dem Aufbau der Sparte Tennis ein weiteres wichtiges Standbein dem Verein zugeführt. Nach heutigem Stand gehen fast 200 Mitglieder diesem Sport im SSV nach, eine stolze Zahl. Begünstigt durch den „Becker-Boom" wurde Anfang der 90er Jahre ein dritter Tennisplatz erstellt, natürlich zu großen Teilen in Eigenleistung. Im Jahre 2006 ging unsere Übungsleiterin Ute Lehner in den wohlverdienten Ruhestand, Claudia Zyla folgte ihr als Frauenwartin. Unter Claudias Leitung wurde der Gymnastik ein neues Gesicht verpasst mit einem breit gefächerten Sportangebot und der Errichtung eines Kinderturn- und Kindertanzbereichs. Unter fachkundlicher Leitung kamen wir aus dem Stand auf etwa 50 Kinder, die im SSV ihre ersten sportlichen Schritte machen. Dazu kommen im Jugendfußballbereich noch einmal etwa 100 Kinder, die dem Fußballsport in Kästorf betreiben.

 

Die Gesamte Entwicklung in Kästorf war nur durch außerordentlich engagierte Vorstände und Spartenvorstände möglich. Die bisherigen 1. Vorsitzenden des SSV Kästorf waren und sind:

 

Friedrich Könecke 1931 - 1950

Georg Lüdde 1950 - 1964

Heinrich Müller 1964 - 1978

Günter Düsterhöft 1978 - 1986

Heinrich Lüdde 1986 - 1993 

Jürgen Völke 1993 - 2004

Ingo Düsterhöft seit 2004

 

Wenn es gelingt weiterhin so engagierte Mitstreiter zu finden und zu fördern, steht einer weiteren gesunden Entwicklung des SSV Kästorf vorerst nichts im Wege. Wir sind jedoch heute schon gespannt, wohin uns unser Weg noch hinführen wird.


Gez.
Ingo Düsterhöft

1. Vorsitzender SSV Kästorf

 

Kästorf, im März 2010